Freitag, 13. September 2013
Lebens...Lauf
So das wäre auch geschafft. Die dritte und jüngste meiner 3 Töchter ist verheiratet.
War es das jetzt.? Sind die Mühen und Ängste der vergangenen 33 Jahre jetzt vorbei?
Bin ich jetzt wieder ICH?

Ich blicke mal zurück...
Geboren wurde ich auf dem Polterabend meiner Eltern 1951. Fing ja schon gut an.. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt, mein Vater 21. War wohl zu dieser Zeit üblich, jung Mutter zu werden. Auf jeden Fall wohnten meine Eltern noch im Hause meiner Großeltern mütterlicherseits. Sie hatten dort ein winziges Zimmer. Das ganze Haus hatte 52qm und 4 Zimmer zuzüglich einer „ Kochecke „ Aber ein Garten war dabei. Gebadet wurde im Keller in einer großen Gussbadewanne. Immer samstags. Dazu wurde das Wasser in einem Wäschetrog erhitzt und dann mit einem Eimer in die Wanne geschafft. Der Wäschetrog wurde von unten mit Holz befeuert. Ältere kennen es bestimmt noch.Bei uns war es so ,dass erst die Frauen in einem Wasser badeten. In diesem Fall meine Oma, Mama und Tante. Auch in dieser Reihenfolge. Danach die Männer mit erneuertem Wasser. Opa, Papa und ein Onkel, der auch noch zu Hause lebte. So wohnten also zum Zeitpunkt meiner Geburt in dem Haus 6 Erwachsene auf 52 qm. Heute unvorstellbar. Alles traf sich im kleinen Wohnzimmer. Daran grenzte eine offene Kochnische mit Herd und Kühlschrank und Spüle. Im Wohnzimmer stand ein großer Tisch mit 6 Stühlen, ein Sofa, ein Schrank und ein Radio. Aus dem Wohnzimmer konnte man hinaus in den Garten. Meine Oma kochte für alle und passte auf mich auf als meine Mutter noch arbeiten ging. Das konnte Mama aber nicht mehr lange, denn 15 Monate nach meiner Geburt kam meine Schwester zu Welt.
So und jetzt wurde es eng. Daher suchten sich meine Eltern 1953 eine kleine Dachgeschosswohnung in der Nähe meiner Großeltern . Die Miete für diese Wohnung betrug 25 DM in der Woche. Ich glaube, ein fähiger Makler könnte diese Wohnung besser anpreisen als ich. Aber ich will ja bei der Wahrheit bleiben... Also die Wohnung bestand aus 2 ganz kleinen Zimmern. Ohne fließend Wasser. Die Toilette war im Hausflur, eine Treppe tiefer. Das Wasser musste man draußen auf dem sogenannten Speicher holen. Strom war da. Aber dort war ein Zähler den man mit „ Strommarken „ füttern musste. Die Marken konnte man im nahe gelegenen Werk, den Stadtwerken, kaufen. Der erste Raum war etwas größer als der zweite. Also wurde aus dem ersten Raum die Küche, das Wohnzimmer und das Kinderzimmer. Im zweiten Raum standen 2 Betten. Diese standen aber nicht zusammen sondern links und rechts an der Wand. In der Mitte war ein etwa 50 cm Durchgang und vor Kopf war ein 2-türiger Kleiderschrank. Das alles mit Schrägen versehen war, versteht sich. Aber in jeden Raum war ein Dachfenster. Der Übergang vom ersten zum zweiten Zimmer wurde mit einem Vorhang markiert. Vielleicht wäre es für eine Weile ausreichend gewesen. Aber meine Eltern hatten ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen. 1953 waren wir 2 Kinder, 1954 kamen Zwillinge zur Welt,
Leider waren es Frühgeburten im 6 Monat. Ein Junge und ein Mädchen. Sie mussten ca. 3 Monate im Krankenhaus bleiben und der Junge wurde als erstes entlassen. Leider verstarb er, als er gerade mal 3 Tage zu Hause war. Zu diesem Zeitpunkt war ich 3 Jahre alt und kann mich an jedes Detail erinnern. Komisch dass ein so kleines Mädchen die Tragweite erkennen konnte. Die Schwester wurde dann ein paar Monate später aus dem Krankenhaus entlassen und ihr ging es gut. Dass war also 1954. Das vierte Kind, ein Junge kam 1955 und das fünfte Kind, ein Junge, 1956 auf die Welt.
So lebten wir also mit 5 Kindern in dieser Wohnung. Meine Eltern schliefen in einem Bett und vier von uns im anderen. Jeweils 2 Kinder am Kopfende und 2 am Fußende. Der Kleinste hatte ein Minikinderbett neben dem Schrank vor Kopf.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Mutter 22 und mein Vater 25 Jahre alt. Ich war 5.

Fortsetzung folgt!!!

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